Trennung

Oft gibt es vor der Scheidung eine Trennung auf Zeit, damit sich die Ehepartner über die weitere Zukunft klar werden. Die Ehepartner sollten sich dann wechselseitig schriftlich bestätigen, dass sie mit einer Trennung einverstanden sind. Wenn ein Ehepartner die letzte gemeinsame Ehewohnung verlässt, handelt es sich nämlich um die schwere Eheverfehlung des „boshaften Verlassens“. Während der Trennung besteht grundsätzlich der Anspruch auf laufenden Ehegattenunterhalt für den – wesentlich – schlechter verdienenden Ehepartner. Dieser berechnet sich ähnlich dem „Verschuldensunterhalt“.

Einvernehmliche Ehescheidung

Sind sich die Ehepartner über die Rechtsfolgen nach Scheidung einig, kann eine rasche und kostengünstige einvernehmliche Ehescheidung erfolgen. Für die einvernehmliche Ehescheidung ist eine Scheidungsfolgenvereinbarung notwendig. Es muss auch eine Zerrüttung der Ehe von mehr als 6 Monaten vorliegen. Daraus ergibt sich, dass frühestens 6 Monate nach Eheschließung die einvernehmliche Ehescheidung erfolgen kann. Ein Trennungsjahr, wie zum Beispiel in Deutschland, ist keine Voraussetzung für die Ehescheidung.

In der Scheidungsfolgenvereinbarung sind unter anderem zu regeln:

Bei gemeinsamen minderjährigen Kindern ist eine Elternberatung nach §95 Abs. 1 a AußStrG zwingende Voraussetzung für eine einvernehmliche Ehescheidung. Es gibt in Vorarlberg einige Institutionen, die eine Elternberatung anbieten. Die Bestätigung muss von beiden Eltern dem Gericht vorgelegt werden.

Notwendige Dokumente für die einvernehmliche Ehescheidung:

  •      Heiratsurkunde
  •      Reisepass/Personalausweis
  •      Staatsbügerschaftsnachweis
  •      Meldezettel
  •      Geburtsurkunde der Kinder
  •      Bestätigung der Elternberatung
  •      Scheidungsfolgenvereinbarung

Wenn sich die Ehepartner über die Scheidungsfolgen einig sind, wird ein Antrag auf Durchführung einer einvernehmlichen Ehescheidung beim Bezirksgericht im Sprengel der letzten gemeinsamen Ehewohnung gestellt. Oft kann ein kurzfristiger Termin am Familiengericht stattfinden.

Die Scheidungsfolgenvereinbarung beeinflusst das gesamte restliche Leben der Ehepartner. Die einzelnen Klauseln können erheblichen Einfluss auf die Pension, Sozialversicherung oder staatliche Unterstützung haben. Eine Anfechtung der Scheidungsfolgenvereinbarung ist kaum möglich. Daher empfiehlt sich die vorherige Rechtsauskunft bei einem kompetenten Rechtsbeistand.

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