Wohnmobile

Wohnmobile von Abgasskandal betroffen

Das deutsche Kraftfahrtbundesamt (KBA) bestätigt einen weiteren Dieselskandal von Wohnmobilen mit Fiat Motoren.

Fiat Chrysler Automobiles (FCA) steht ebenfalls im Verdacht der Abgasmanipulation bei Dieselmotoren von Wohnmobile. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt bereits.

Fiat beliefert einige Wohnmobilhersteller mit Dieselmotoren. Daher sind die Modelle von vielen großen Wohnmobilhersteller von der Abgasmanipulation betroffen.

Die Abgasmanipulation von Fiat besteht darin, dass eine Zeitschaltuhr verwendet wird. Da der Prüfzyklus 20 Minuten dauert schalten die Abgasreinigung nach etwas mehr als 20 Minuten ab. Durch diese “Abschaltlogik” werden die Abgaswerte auf dem Prüfstand geschönt und erhalten die Motoren eine bessere Euro-Abgasklasse. Laut einem Gutachten werden die zulässigen Werte für den Ausstoß von Stickoxiden aber weit überschritten.

Auch diese einfache Art und Weise der Abgasmanipulation stellt unseres Erachtens eine unzulässige Abschalteinrichtung im Sinne des Art. 5 der EU-Verordnung (VERORDNUNG (EG) Nr. 715/2007) dar. Der EuGH bestätigte bereits in einer Entscheidung Ende 2020, dass die verwendete Abschalteinrichtung der Volkswagen AG unzulässig ist.

Folgende Motoren der Baujahre 2014 bis 2019 (Euro 5 und Euro 6) dürften vom Abgasskandal betroffen sein, wobei die Liste wohl noch unvollständig ist:

  • 1,3 Liter Multijet
  • 1,3 Liter 16V Multijet
  • 1,6 Liter Multijet
  • 1,6 Liter
  • 2,0 Liter Multijet
  • 2,0 Liter
  • 2,2 Liter Multijet II
  • 2,3 Liter
  • 2,3 Liter Multijet
  • 3,0 Liter

Den Besitzern der betroffenen Wohnmobile droht durch die Abgasmanipulation die Einstufung in eine schlechtere Euro-Abgasklasse bis hin zum Entzug der Typengenehmigung und somit Stilllegung des Wohnmobils.

Manipulierte Wohnmobile: Was kann man tun?

Auf Grund einer unzulässigen Abgasmanipulation haftet dem Fahrzeug ein Mangel an. Es kann daher die Rückabwicklung des Kaufvertrags oder auch eine Preisminderung bzw. Schadenersatz gefordert werden. Die rechtlichen Möglichkeiten hängen vom Einzelfall ab.

Dem Hersteller steht grundsätzlich ein Benützungsvorteil zu. Der Benützungsvorteil hängt unter anderem auch von den gefahrenen Kilometer ab. Daher macht es Sinn rasch zu reagieren und eine allfällige Rückabwicklung des Kaufvertrags kurzfristig zu fordern.

Für die Prüfung Ihrer Ansprüche benötigen wir

  • Kaufvertrag
  • Derzeitiger Kilometerstand
  • Bei Gebrauchtfahrzeuge Kilometerstand bei Übernahme
  • Polizzennummer Ihrer Rechtsschutzversicherung

Seit Bekanntwerden des Abgasskandals von VW im Jahr 2015 vertritt Mag. Wolff viele Geschädigte erfolgreich in ganz Österreich. Wir prüfen auch Ihre Ansprüche als Inhaber eines Wohnmobils individuell und beraten Sie kompetent. Wenden Sie sich an unsere Experten um Ihre Möglichkeit persönlich zu besprechen.

Auspuff

Neue Chance für Österreicher im Abgasskandal

Der Volkswagen Konzern hat Geschädigten, die sich der Musterklage in Deutschland betreffend dem Abgasskandal angeschlossen haben, einen Vergleich angeboten. Das Angebot gilt aber nicht für die österreichischen Geschädigten. Diese dürften bei der Musterklage in Deutschland leer ausgehen. Zwischenzeitlich hat der EuGH bestätigt, dass in Österreich Klage gegen den Volkswagenkonzern eingebracht werden kann, wenn der PKW in Österreich erworben wurde.

Was können österreichische Geschädigte im Abgasskandal noch tun?

Viele Geschädigte berichten uns, dass der PKW nach dem durchgeführten Software Update nicht mehr “rund läuft”. Wenn das Software ­Update zu negativen Veränderungen am PKW führt, können Geschädigte Schadenersatz bis hin zur Rückabwicklung vom Kaufvertrag direkt gegen den Volkswagen Konzern in Österreich geltend machen.

Unter anderem soll es zu erhöhtem Kraftstoffverbrauch und Leistungseinbrüchen kommen. Es kommt zu einem Ruckeln des Motors was als stottern des Motors bezeichnet wird. Einige berichten davon, dass das Abgasrückführventil (AGR-Ventil) öfter getauscht werden muss.

Das Software Update dürfte schlichtweg nicht mit der Hardware der betroffenen PKW kompatibel sein. Dies führt dazu, dass entweder die Abgasreinigung wiederum nicht ordentlich funktioniert oder es zu negativen Auswirkungen am PKW kommt.

Kürzlich wurde zudem bekannt, dass durch das Software Update eine umfassende Filterung der Abgase lediglich bei Außentemperaturen zwischen zehn und 32 Grad Celsius erfolgt. Unter zehn Grad Celsius und über 32 Grad Celsius findet keine Abgasreinigung statt. Ab tausend Meter Seehöhe wird die Abgasreinigung ebenfalls ausgeschaltet. Damit erfüllt die Abgasreinigung – trotz durchgeführtem Software Update – nicht die Anforderungen der EU-Verordnung 715/2007/EG. Bei dieser EU-Verordnung wird nicht zwischen Emissionen auf dem Prüfstand und im Straßenbetrieb unterscheidet.

Keine Verjährung

Wenn das Software Update unbrauchbar oder gesetzwidrig ist, beginnt die Verjährungsfrist neu zu laufen. Dadurch besteht für Geschädigte des Abgasskandals neue Hoffnung.

Zwischenzeitlich dürften auch weitere Geschädigte die Aufforderung zur Durchführung eines Software Updates erhalten haben. Auch hier besteht die Möglichkeit der Rückabwicklung des Kaufvertrags.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Für die unverbindliche Überprüfung Ihrer Möglichkeiten benötigen wir folgende Unterlagen:

  • Kaufvertrag
  • Bescheinigung der Durchführung des Software Updates
  • Polizzennummer der Rechtsschutzversicherung

Wir vertreten bereits seit vielen Jahren Geschädigte aus ganz Österreich. Durch die langjährige Erfahrung betreffend dem Abgasskandal, können wir Ihnen rasch erklären, wie die Chancen in Ihrem speziellen Fall sind. Unser Team steht für weitere Fragen gerne zur Verfügung.

Beschädigung von PKW Dach

Neuwagen heißt Neuwagen

Ein Fahrzeug mit repariertem Hagelschaden entspricht nicht der geschuldeten Eigenschaft als „Neuwagen“. Der Käufer kann daher die Rückabwicklung vom Kaufvertrag geltend machen. Die zugesicherte Eigenschaft liegt, auf Grund des reparierten Schadens, nicht vor.

Eine Privatperson kaufte von einer Autohändlerin einen Neuwagen. Noch vor Auslieferung des Fahrzeugs, kam es während des Transports zu einem massiven Hagelschaden an Motorhaube und Fahrzeugdach. Die Autohändlerin ließ den Hagelschaden vor Auslieferung ordnungsgemäß reparieren. Der Hagelschaden war, bis auf eine beschädigte Zierleiste bei einer Tür, durch die Reparatur nicht mehr zu erkennen. Der Autokäufer weigerte sich das Fahrzeug zu übernehmen, da es nicht der zugesicherten Eigenschaft eines Neuwagens entsprach. Er trat somit vom Kaufvertrag zurück. Die Autohändlerin hielt am Kaufvertrag fest und forderte den Kaufpreis.

Der OGH bestätigt die Rückabwicklung vom Kaufvertrag, da der
angebotene reparierte Wagen von der Autoverkäuferin aufgrund des massiven Hagelschadens und der nicht ausgetauschten Zierleiste nicht dem geschuldeten Kaufgegenstand „Neufahrzeug“ entspricht. Dieser Standpunkt deckt sich auch mit der ÖNORM V 5051. Darin wird der Begriff fabriksneu so definiert, dass eine Vorschadens- und Mängelfreiheit vorliegen muss. Diese Eigenschaft ist bei einer notwendigen Reparatur nicht gegeben.

Grundsätzlich ist der Käufer verpflichtet, dem Verkäufer die Möglichkeit der Verbesserung zu geben. Das heißt, dass als zweite Chance eine angemessene Frist zur Verbesserung eingeräumt werden muss. Der Käufer kann daher nicht sofort vom Vertrag zurücktreten. Wenn der Verkäufer aber die Verbesserung verweigert oder eine Verbesserung gar nicht möglich ist, kann auch ohne Nachfrist vom Kaufvertrag zurückgetreten werden.

Bei der Rückabwicklung vom Kaufvertrag ist immer entscheidend, welche Eigenschaften bei Vertragsabschluss vom Verkäufer zugesichert wurden. Dies kann auch stillschweigend erfolgen oder als gewöhnliche Eigenschaft vorausgesetzt werden. Auch beim Kauf eines Gebrauchtwagens kann ein Kaufvertrag auf Grund fehlender Eigenschaften erfolgreich angefochten werden. Bei Gebrauchtwagen bis zur Klasse 3 wird die Fahrtauglichkeit jedenfalls gewöhnlich vorausgesetzt. Fehlt die zugesicherte Eigenschaft, so kann der Vertrag rückabgewickelt werden.

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